FACHBEITRAG · 12. MAI 2026

IT-Sicherheit: Wiederherstellung praktisch testen statt nur Backups zählen

Heller Mikrochip mit dezenten grünen Elementen als Symbol für widerstandsfähige IT
Gesichert heißt noch nicht wiederherstellbar.
Symbolbild.

Eine erfolgreiche Sicherungsmeldung beantwortet noch nicht die Frage, ob ein wichtiger Geschäftsprozess nach einem Ausfall wieder funktioniert. Zur Datensicherung gehören deshalb eine geordnete Wiederherstellung und regelmäßig erprobte Abläufe.

Mit den wichtigen Prozessen beginnen

Für die Vorbereitung ist zu klären, welche Anwendungen zuerst benötigt werden und welche Abhängigkeiten bestehen. Neben Nutzdaten können Konfigurationen, Identitätsdienste, Netzwerkverbindungen und geeignete Installationsstände erforderlich sein. Diese Zusammenhänge bestimmen die Reihenfolge des Wiederanlaufs.

Die Fachbereiche sollten benennen, wie lange eine Unterbrechung tragbar ist und welcher Datenverlust höchstens akzeptiert werden kann. Daraus lassen sich Anforderungen an Sicherungsintervalle und Wiederherstellungszeiten ableiten. Ob diese erreichbar sind, zeigt ein geplanter Test.

Sicherung und laufenden Betrieb trennen

Ein Angriff auf Produktivsysteme kann auch erreichbare Sicherungen betreffen. Schutzmaßnahmen für Backup-Daten und getrennte Berechtigungen sind deshalb Teil des Konzepts. Die konkrete technische Ausgestaltung muss zur Umgebung und zum Risiko passen.

Backups ersetzen dabei keine vorbeugende IT-Sicherheit. Sie können die Folgen eines Datenverlusts begrenzen, verhindern aber nicht automatisch den Diebstahl oder die Veröffentlichung vertraulicher Informationen.

Einen vollständigen Test dokumentieren

Eine Erprobung sollte in einer geeigneten, abgestimmten Umgebung stattfinden. Geprüft werden die Wiederherstellung ausgewählter Systeme, die benötigte Zeit und ein fachlicher Funktionstest. Festgestellte Lücken erhalten Verantwortliche und einen Termin zur Bearbeitung.

Auch Erreichbarkeit, Vertretung und Notfallkommunikation gehören dazu. Ein technisch mögliches Verfahren hilft wenig, wenn im Ernstfall Zugänge fehlen oder niemand die nächsten Schritte kennt. Nach wesentlichen Änderungen an Anwendungen oder Infrastruktur sollte die Planung erneut geprüft werden.

Fachlicher Kern: RPO und RTO beantworten unterschiedliche Fragen

Das Recovery Point Objective, kurz RPO, beschreibt, auf welchen Datenstand nach einer Unterbrechung zurückgegriffen werden können muss. Daraus ergibt sich, welcher zeitliche Datenverlust noch tragbar ist. Das Recovery Time Objective, kurz RTO, betrifft dagegen die vorgesehene Zeitspanne für die Wiederherstellung.

Ein fiktives Beispiel: Ein stündlich gesicherter Datenbestand kann zum Ziel eines höchstens einstündigen Datenverlusts passen. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Anwendung innerhalb einer Stunde wieder einsatzfähig ist. Datenrücksicherung, Konfiguration, Abhängigkeiten und fachliche Prüfung benötigen zusätzliche Zeit. Beide Ziele müssen getrennt definiert und im Test überprüft werden.

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