FACHWISSEN · PROJEKTE & TRANSFORMATION

Gemeinsame Projektrisiken: Warum zehn Einzelpuffer nicht zehn unabhängige Sicherheiten sind

Gemeinsame Ursachen über mehrere Arbeitspakete hinweg erkennen. / Identify shared causes across work packages.
Gemeinsame Ursachen über mehrere Arbeitspakete hinweg erkennen.

Mehrere Arbeitspakete wirken einzeln gut abgesichert. Trotzdem können sie gleichzeitig ins Stocken geraten, wenn sie von derselben Freigabe, Fachkraft oder technischen Umgebung abhängen. Für die Risikobetrachtung ist deshalb nicht nur die Unsicherheit jedes Pakets wichtig, sondern auch die Verbindung zwischen den Unsicherheiten.

Eine Ursache kann mehrere Folgen haben

Wenn dieselbe Testumgebung für fünf Teams ausfällt, sind deren Verzögerungen nicht unabhängig voneinander. Eine gemeinsame Ursache beeinflusst mehrere Abläufe. Das unterscheidet sich von fünf zufällig gleichzeitig eintretenden Einzelproblemen. Eine Risikoübersicht sollte solche gemeinsamen Abhängigkeiten deshalb ausdrücklich erkennen lassen.

Ein fiktiver Freigabefall

Drei Standorte benötigen dieselbe zentrale Datenfreigabe. Jeder Standort plant zwei Tage Reserve. Verzögert sich die zentrale Entscheidung um eine Woche, helfen die lokalen Reserven nur begrenzt. Das Problem lässt sich nicht sinnvoll lösen, indem man die drei Standorte jeweils als vollständig eigenständiges Risiko behandelt. Der gemeinsame Entscheidungspunkt verdient eine eigene Betrachtung.

Auch Simulationen brauchen Zusammenhänge

Wer unsichere Dauern in einer Simulation unabhängig zieht, kann gemeinsame Verlängerungen übersehen. Zusammenhänge können die Verteilung der möglichen Endtermine verändern. Ein rechnerischer Korrelationswert sollte aber nicht ohne Begründung eingetragen werden. Zuerst sind fachlicher Zusammenhang, verfügbare Daten und passende Modellierung zu klären.

An der gemeinsamen Ursache ansetzen

Mögliche Maßnahmen betreffen beispielsweise eine zusätzliche Testumgebung, eine frühere Klärung oder vertretungsfähige Zuständigkeiten. Im Beispiel wird geprüft, ob Datenfreigaben sinnvoll vorbereitet oder entkoppelt werden können. Dabei entstehen möglicherweise neue Schnittstellen und zusätzlicher Aufwand. Eine gute Maßnahme reduziert nicht nur einen roten Eintrag, sondern verändert die gemeinsame Ursache nachvollziehbar. Danach ist erneut zu prüfen, welche Restabhängigkeiten bleiben und wer sie im Projektverlauf beobachtet.

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