FACHBEITRAG · NACHHALTIGKEIT & PROZESSETECHNICAL INSIGHT
Prozessoptimierung ohne Lastverschiebung: Durchlaufzeit und Arbeitsbelastung gemeinsam bewertenProcess improvement without shifting burden: assess flow time and workload together
25.10.2026 · Fachbeitrag / Professional insight

Wenn eine Abteilung schneller arbeitet, kann der Gesamtprozess trotzdem langsamer werden. Zusätzlicher Eingang überlastet den nächsten Engpass, während ungeplante Rückfragen und Nacharbeit unsichtbar bleiben. Nachhaltige Prozessoptimierung bewertet deshalb den vollständigen Leistungsweg und die Belastung der beteiligten Menschen.
Den tatsächlichen Fluss messen
Für einen hinreichend stabilen Prozess verknüpft Littles Gesetz den mittleren Bestand an offenen Fällen L, den mittleren Durchsatz λ und die mittlere Durchlaufzeit W:
L = λ · W
Bei 120 offenen Vorgängen und 20 abgeschlossenen Vorgängen pro Arbeitstag ergeben sich im Modell sechs Arbeitstage. Das ist eine langfristige Mittelwertbeziehung, keine Termingarantie für einzelne Aufträge. Start- und Endgrenze sowie die Behandlung abgebrochener Fälle müssen konsistent sein.
Die Optimierung am Gesamtergebnis prüfen
Wird die Erfassung beschleunigt, während die Prüfung unverändert bleibt, wächst zunächst der Bestand vor der Prüfung. Mehr Erfassungskapazität behebt diesen Engpass nicht. Eine Begrenzung gleichzeitig gestarteter Arbeit und eine bessere Eingangsqualität können wirksamer sein als zusätzliche Automatisierung.
Zu den Zielgrößen gehören deshalb Ende-zu-Ende-Dauer, Wiederholungsarbeit, Alter offener Fälle und Belastungsspitzen. Ein niedrigerer Personaleinsatz ist nur dann eine robuste Verbesserung, wenn verbleibende Aufgaben realistisch verteilt und notwendige Kompetenzen abgesichert sind. Pausen, sichere Arbeit und Qualitätsprüfungen werden nicht als beliebig entfernbarer Puffer behandelt.
Einfach erklärt: Nutzen in der Praxis
Im technischen Service werden Anfragen schneller angenommen, aber Ersatzteilfreigaben bleiben liegen. Die gemeinsame Betrachtung zeigt, wo Arbeit wirklich wartet. Das Unternehmen kann gezielt die Freigabe verbessern, statt den Servicetechnikern noch mehr offene Fälle zuzuweisen.
Speeding up one department may overload the next bottleneck. Assess the entire service path, including rework and workload.
Use flow relationships carefully
For a suitably stable process, Little’s law links average work in progress L, throughput λ and flow time W: L = λW. With 120 open cases and 20 completions per working day, the illustrative mean is six days. This is not an individual delivery promise; boundaries and cancelled work need consistent treatment.
Avoid local optimisation
Faster intake does not remove a slower review stage. Limit started work, improve input quality and monitor age of open cases, rework and workload peaks. Removing staffing without protecting required capabilities is not a sustainable improvement.
In practice
A service desk accepts requests quickly, but spare-part approvals queue up. Improving approval capacity and quality is more useful than assigning technicians additional unresolved cases.