FACHWISSEN · PROJEKTE & TRANSFORMATION

Datenqualität: Warum ein vollständig ausgefüllter Datensatz trotzdem falsch sein kann

Vollständigkeit und fachliche Richtigkeit getrennt prüfen. / Check completeness separately from accuracy.
Vollständigkeit und fachliche Richtigkeit getrennt prüfen.

Alle Pflichtfelder sind ausgefüllt und die Übernahme meldet Erfolg. Das ist ein Nachweis für eine bestimmte Vollständigkeitsregel, aber noch kein Beleg für richtige Inhalte. Datenqualität umfasst mehrere Fragen. Wer sie in einer einzigen grünen Kennzahl zusammenfasst, kann wichtige Unterschiede im Alltag übersehen.

Die jeweilige Qualitätsfrage benennen

Vollständigkeit fragt, ob die benötigten Datensätze und Angaben vorhanden sind. Richtigkeit betrifft dagegen ihre Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Sachverhalt. Ein ausgefülltes Feld kann einen falschen Wert enthalten. Auch ein formal zulässiges Format beweist noch nicht, dass die Angabe zum beschriebenen Objekt gehört.

Ein fiktiver Materialdatensatz

Ein Material enthält Kennung, Bezeichnung und Gewicht. Alle drei Felder sind belegt. Das Gewicht wurde jedoch in Gramm eingetragen, obwohl das Zielfeld Kilogramm erwartet. Die Vollständigkeit ist unverändert hoch, während der fachliche Wert nicht stimmt. Eine explizite Einheit und ein Abgleich mit einer geeigneten Referenz helfen, diesen Fehler zu erkennen.

Regeln aus der Nutzung ableiten

Welche Angaben wesentlich sind, hängt vom Verwendungszweck ab. Für eine Transportplanung kann das Gewicht entscheidend sein, während eine interne Übersicht andere Felder benötigt. Deshalb erhalten Qualitätsregeln einen fachlichen Zweck und eine verantwortliche Rolle. Ein pauschales Ziel, jedes optionale Feld auszufüllen, verbessert nicht automatisch die relevante Datenqualität.

Abweichungen getrennt behandeln

Eine fehlende Angabe braucht möglicherweise eine Nachforderung. Ein widersprüchlicher Wert erfordert dagegen eine Klärung seiner Quelle. Die Fehlerklassen sollten deshalb getrennt sichtbar bleiben. Ein brauchbarer Bericht nennt Regel, betroffenen Umfang und offene Korrekturen. Er macht außerdem kenntlich, welche Richtigkeit überhaupt geprüft werden konnte. So verhindert eine hohe Vollständigkeitsquote nicht mehr den Blick auf sachlich falsche Informationen.

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