FACHBEITRAG · 24. JUNI 2026

Terminplanung: Warum der kritische Pfad noch keine freien Fachkräfte schafft

Heller Laptop mit schematischer Terminübersicht
Zwei parallele Aufgaben. Eine Fachkraft.
Symbolbild.

Ein logisch verknüpfter Terminplan kann rechnerisch funktionieren und trotzdem nicht ausführbar sein. Das passiert beispielsweise, wenn mehrere parallele Aufgaben dieselbe begrenzte Fachressource benötigen.

Logische Abhängigkeit und Kapazität trennen

Der kritische Pfad zeigt im Terminmodell die maßgebliche Kette von Vorgängen für den Endtermin. Eine Ressourcenprüfung beantwortet eine andere Frage: Sind die benötigten Personen und Mittel zu den vorgesehenen Zeiten tatsächlich verfügbar?

Ein fiktives Beispiel: Zwei voneinander unabhängige Prüfungen dauern jeweils zwei Arbeitstage. Logisch könnten sie parallel stattfinden. Steht für beide nur dieselbe Prüfperson zur Verfügung und ist keine Teilung möglich, werden insgesamt vier Arbeitstage benötigt. Die fehlende Kapazität lässt sich nicht durch eine andere Farbe im Plan beseitigen.

Verschiebungen und Aufteilungen bewusst bewerten

Ein Ressourcenausgleich kann Vorgänge verschieben oder, soweit fachlich möglich, aufteilen. Dadurch können sich Puffer und Endtermine ändern. Zusätzliche Fachkräfte sind ebenfalls keine automatische Lösung, wenn Einarbeitung, Qualifikation oder notwendige Zugänge fehlen.

Eine belastbare Planung verbindet deshalb Dauer, Abhängigkeiten und verfügbare Kapazität. Projektübergreifende Verpflichtungen, Teilzeit und geplante Abwesenheiten müssen in derselben Betrachtung berücksichtigt werden.

Mit klaren Annahmen steuern

Vor einer Terminentscheidung sollte sichtbar sein, welche Ressourcenannahme dahintersteht. Wenn ein Endtermin nur mit einer noch nicht zugesagten Unterstützung erreichbar ist, gehört diese Bedingung in den Bericht. Eine aktuelle Prognose macht solche Voraussetzungen kenntlich, statt sie als gesicherte Verfügbarkeit zu behandeln.

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